Sowohl der Rule Builder als auch der Flow Builder sind Shopware Key Features. Und beide können Händlern dabei helfen, Auomatisierungen zu implementieren. Doch wo liegen die Unterschiede der beiden Tools? In diesem Blogebeitrag erklärt Shopware Product Owner Matthias Friedmann die Unterschiede.
Darum machen Automatisierungs-Tools Sinn
Der digitale Handel ist im ständigen Wandel. Bereits vor der Pandemie wuchs der E-Commerce in rasantem Tempo. Aber Covid-19 und die damit verbundenen Einschränkungen machten den Onlinekauf sogar noch attraktiver. Der Einzelhandel hat einen noch nie dagewesenen Wandel erlebt und Kunden erwarten inzwischen ein immer absolut optimiertes und personalisiertes Einkaufserlebnis. Die Händler, die diese Erwartungen erfüllen, werden dafür belohnt, müssen sich aber auch den Herausforderungen und möglichen Fallstricken stellen.
So werden Onlineshops immer komplexer – von der Abwicklung von Werbeaktionen und Preisgestaltung bis hin zu Versand und Auftragsabwicklung. Automatisierungs-Tools bieten Abhilfe und können Geschäftsprozesse und -abläufe beschleunigen. Sie können Händler dabei helfen, sich schnell an neue Gegebenheiten anzupassen, wie beispielsweise ein sprunghafter Anstieg der Bestellungen oder eine Änderung bei den Liefergebühren.
Lies in diesem Beitrag nach, was die 6 größten Vorteile der Automatisierung im E-Commerce sind.
Die ersten Schritte hin zur Automatisierung sind jedoch oft nicht einfach. Händler verfügen möglicherweise nicht über das technische Fachwissen oder die Ressourcen, um Code zu schreiben und zu programmieren.
Genau dafür hat Shopware die Feature Rule Builder und Flow Builder entwickelt, die Teil unserer E-Commerce Plattform Shopware 6 sind. Der Rule Builder und der Flow Builder sind beides leistungsstarke Tools, die von Händlern auf vielfältige Weise eingesetzt werden können, um individuelle Workflows und Geschäftsprozesse zu rationalisieren und zu automatisieren. Vor allem aber helfen sie Händlern dabei, die Erwartungen der Kunden für ein personalisiertes, angenehmes Einkaufserlebnis zu erfüllen.
MIt dem Rule Builder und Flow Builder können Unternehmen Shopware an ihre geschäftlichen Anforderungen anpassen, ohne selbst Code schreiben zu müssen. Kurz gesagt, decken beide Tools unterschiedliche Aspekte der Automatisierung und Individualisierung ab und übernehmen jegliche Programmieraufgaben für die Händler.
Anwendungsbereiche von Rule Builder und Flow Builder
Ich verstehe, dass die Unterscheidung zwischen beiden Tools nicht einfach ist. Sie verfolgen ein ähnliches Ziel, sind aber in Wirklichkeit recht unterschiedlich.
Der Rule Builder bietet die Möglichkeit, „Statements“ zu beschreiben, die je nach Kontext (z. B. Warenkorbinhalt, Datum und Uhrzeit, Kundengruppe) entweder wahr oder falsch sind. So können die Händler verschiedene Einstellungen entsprechend der Geschäftsanforderungen anpassen.
Der Rule Builder legt nicht den Ablauf fest. Dieser hängt immer vom Kontext ab, in dem die Regeln angewandt werden. Diese Anwendungskontexte sind von Shopware vordefiniert und umfassen zum Beispiel:
- Regeln zur Verfügbarkeit von Versand- oder Zahlungsarten
- Regeln zur Verwendung eines bestimmten Preises für eine bestimmte Kundin oder einen bestimmten Kunden
- Regeln zur Festlegung von Bedingungen für eine Werbeaktion
In diesem Beispiel wird mit Hilfe des Rule Builders eine Bedingung erstellt, die sich auf eine bestimmte Kundengruppe bezieht. Mit dieser Bedingung kannst du beispielsweise festlegen, dass Neukunden und VIP-Kunden automatisch 10 % auf ihren Einkauf erhalten.
Ohne den Rule Builder müssten Händler alles einzeln konfigurieren und hätten weniger Flexibilität. Alle Geschäftsmodelle, egal ob B2C, D2C oder B2B, können dementsprechend von dieser Funktion profitieren.
Wie es auch dir gelingt, solche flexiblen Regeln mit Shopwares Rule Builder aufzustellen, erklären wir dir in diesem Tutorial.
Im Gegensatz dazu können Händler mit dem Flow Builder den Ablauf wichtigster Geschäftsprozesse auf der__ Shopware Plattform__ planen – Händler können eine Vorauswahl treffen und Regeln einrichten, die auf der Grundlage von vordefinierten „Triggern“ (Auslösern) angewendet werden. Damit kann der User beispielsweise den Bestellprozess detailliert anpassen oder komplexe Mitarbeiter-Workflows vereinfachen. Beispiele für mögliche Trigger sind:
- eine Bestellung wurde aufgegeben,
- ein Kunde hat sich registriert,
- eine Zahlung wurde zurückerstattet
- und so weiter.
Im Grunde ermöglicht der Flow Builder den Händlern die Planung komplexer Automatisierungsprozesse mit dem Rule Builder. Lege Regeln fest, wie: Immer wenn ein Kunde eine Bestellung aufgegeben hat UND er aus Europa kommt UND die Gesamtsumme seines Warenkorbs > 100 € ist, dann mache dieses und jenes. Ohne den Flow Builder wären Händler nicht in der Lage, individuelle Reaktionen auf wichtige Ereignisse vorzudefinieren.
In diesem Video kannst du selbst entdecken, wie du deine Geschäftsprozesse mit dem Flow Builder schnell und einfach automatisierst.
Ein weiterer Unterschied: Beim Rule Builder handelt es sich um Bedingungen, die das aktuelle Verhalten der Kunden oder damit zusammenhängende Ereignisse und Begebenheiten prüfen. Nur wenn die Bedingung erfüllt ist, wird eine Aktion durchgeführt. Beim Flow Builder hingegen können auch Aktionen außerhalb von Shopware ausgelöst werden. Außerdem überarbeiten wir den Flow Builder zukünftig, damit Aktionen auch zeitversetzt stattfinden können. Verschicke dann beispielsweise automatisiert eine E-Mail an Kunden, die vor einer Woche ein Produkt gekauft haben, damit sie eine Produktbewertung abgeben.
Immer auf dem neuesten Stand
Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern aus der Entwicklung kontinuierlich an immer besseren Lösungen und haben sowohl für den Flow Builder als auch für den Rule Builder schon viele spannende Pläne.
Für den Rule Builder testen wir bereits verschiedene Optionen zur Verringerung der Leistungseinbußen und arbeiten an Mechanismen, die die Erstellung und Anwendung von Regeln vereinfachen werden. So können Händler Fehler oder falsche Regelkonfigurationen schneller finden.
Den Flow Builder wollen wir insgesamt weiter ausbauen für zusätzliche Möglichkeiten zur Automatisierung und Anpassung von Flows und für erweiterte Testfunktionen sowie Möglichkeiten zur Erkennung und Behebung von Fehlern.
Haben wir dein Interesse geweckt?
Unser Ziel ist es, dass unsere Kunden die vielfältigen Möglichkeiten dieser Features vollumfänglich verstehen. Dafür bieten wir weitere leicht verständliche Details auf unseren Websites zu den Key Features.
Hier finden Händler einen Überblick über Funktionen, ihre Vorteile, Anwendungsfälle, Funktionalitäten und technischen Anforderungen zum Flow Builder und Rule Builder. Auch gibt es weitere hilfreiche Inhalten wie beispielsweise Blogbeiträge und Videos zur Produktpräsentation.
Über den Autor
Matthias Friedmann ist Product Owner bei Shopware. Als solcher ist er verantwortlich für Shopwares Flow Builder und Rule Builder und koordiniert die weitere Entwicklung der Features.
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